Ohrenkneifer

Ohrenkneifer im Haus und in der Wohnung erkennen und bekämpfen

Ohrenkneifer sind in vielen Haushalten bekannte Insekten, die häufig in Eingangsbereichen, Kellern und Badezimmern auftauchen. Wer auf Ohrenkneifer im Haus oder Ohrenkneifer in der Wohnung stößt, fragt sich schnell: Warum kommen diese Insekten ins Haus? Sind Ohrenkneifer gefährlich, kneifen sie wirklich, und wie lassen sie sich dauerhaft beseitigen?

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Gemeinsam mit unserem Experten Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Fachtierarzt für Parasitologie, geben wir Ihnen einen umfassenden Leitfaden, von der Erkennung über vorbeugende Maßnahmen bis zur gezielten Bekämpfung.

Inhalt
ARDAP Expertenwissen kurz & knapp: Das Wichtigste für Sie zusammengefasst

Ohrenkneifer (Forficula auricularia) sind nachtaktive Tiere, die tagsüber dunkle, feuchte Verstecke aufsuchen.

Der Name ist irreführend: Der Gemeine Ohrwurm wird auch Ohrenkneifer genannt und gehört in die Ordnung der Ohrwürmer (Dermaptera). Das Eindringen in Ohren gehört jedoch überhaupt nicht zu seinem typischen Verhalten.

Gelegentlich kneifen Ohrenkneifer mit ihren Zangen, was aber in der Regel keine Folgen für Menschen hat. Dennoch werden sie manchmal als unangenehm und lästig empfunden.

Vorbeugung ist entscheidend: Um einen Befall zu vermeiden, sollten Sie Feuchtigkeit reduzieren, Ritzen abdichten und potenzielle Nahrungsquellen beseitigen, um die Insekten nicht anzulocken.

Mit Produkten von ARDAP lassen sich Ohrenkneifer wirksam abwehren bzw. bekämpfen.


Ohrenkneifer erkennen

Die Gattung der Ohrenkneifer gehört taxonomisch betrachtet zu der Ordnung der Ohrwürmer (Dermaptera) und somit zu den Fluginsekten, auch wenn die allermeisten Arten nur sehr selten in der Luft zu sehen sind. Wir schauen uns die bei uns häufigste Ohrenkneifer-Art (Forficula auricularia) genauer an und zeigen konkrete Erkennungsmerkmale auf.

Ohrenkneifer Nahaufnahme auf einer Blume

So sehen Ohrenkneifer aus

Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Art und existiert seit mehr als 30 Millionen Jahren. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 16 Millimetern und zeigt eine glänzende rotbraune bis dunkelbraune Färbung. Seine Flügel sind zwar voll ausgebildet, werden jedoch nur selten zum Fliegen genutzt. Charakteristisch ist für die deutliche Unterscheidung zwischen den Geschlechtern die zu Zangen (Forceps) ausgebildeten Hinterleibsanhänge (Cerci): Während Männchen stark gebogene Zangen (Forceps) besitzen, sind die Zangen der Weibchen gerade oder nur leicht gebogen. Die Zangen wirken auf viele Menschen bedrohlich, dienen aber hauptsächlich der Verteidigung, helfen beim Beutefang und werden bei der Paarung eingesetzt. Zudem haben Ohrwürmer einen abgeflachten Körperbau, der es ihnen ermöglicht, sich in schmalen Ritzen und Spalten zu verstecken.

Herkunft des Namens „Ohrenkneifer“ oder „Ohrwurm“

Trotz ihres Namens kriechen Ohrenkneifer nicht in menschliche Ohren – es handelt sich hierbei um einen alten Mythos. Der deutsche Name „Ohrenkneifer“ und auch die Bezeichnung „Ohrwurm“ gehen auf jahrhundertealte Vorstellungen zurück. Früher glaubte man, die Tiere würden nachts in die Ohren von Menschen kriechen und dort Schaden anrichten. Dieser Mythos hat sich in vielen Kulturen gehalten und findet sich auch in verschiedenen Sprachvarianten wieder. Sprachwissenschaftler führen die Namensgebung zudem darauf zurück, dass die Hinterleibszangen der Tiere an Werkzeuge erinnerten, die früher bei der Reinigung von Ohren verwendet wurden. Die Bezeichnung "Ohrwurm" findet ihren Ursprung wahrscheinlich auch in der antiken Naturheilkunde: die Insekten wurden damals in getrockneter und pulverisierter Form als Medizin gegen Ohrenleiden oder Schwerhörigkeit verabreicht. Heute ist klar: Ohrenkneifer haben keinerlei Bezug zu menschlichen Ohren, sondern bevorzugen Spalten und Ritzen als Versteck.

Den Namen “Ohrenkneifer” verdankt Forficula auricularia auch einem nahen Verwandten aus der Ordnung der Ohrwürmer: Die aufgestellten Flügel von Labia minor (“Kleiner Ohrwurm”) erinnern an die Form von menschlichen Ohren. In Verbindung mit den Zangen am Hinterleib wurde der passende Name für den sehr viel häufiger auch in der Nähe menschlicher Wohnungen vorkommende Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) dann schnell gefunden.
Der Lebenszyklus eines Ohrenkkneifers

Lebenszyklus: Eier, Larven und Imago des Ohrenkneifers

Ohrenkneifer haben eine saisonale Vermehrung, zwei Mal im Jahr zeigen sie ein typisches Balzverhalten und einen langen Paarungsakt. Im Frühjahr wie Herbst umklammert das Männchen dazu mit seinen stärker gebogenen Zangen das Weibchen am Hinterleib und hält es fest. Die Ohrenkneifer-Weibchen legen später etwa 50-90 befruchtete Eier in kleinen Erdlöchern ab und betreiben sogar Brutpflege – eine Besonderheit unter Insekten. Dabei säubern die Weibchen das Gelege und helfen sogar beim Schlupf. Sobald aus den Eiern die Ohrenkneifer Larven geschlüpft sind, stirbt die Mutter und wird von den Larven gefressen. Diese durchlaufen im weiteren Geschehen mehrere Häutungen vom Larven- über das Nymphenstadium, bis sie das Erwachsenenstadium (Imago) erreichen. Der Entwicklungszyklus ist stark von Temperatur und Feuchtigkeit abhängig. Besonders in der Nähe von Gebäuden, wo es warm und geschützt ist, können sich stabile Populationen schnell entwickeln.

Verhalten und Lebensweise von Ohrenkneifern

Ohrenkneifer sind vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich vielseitig: von Pflanzenresten, Algen und Pilzen, aber auch von kleinen Insekten wie Milben und Blattläusen sowie deren Eiern. Auch die Eier von Apfelwicklern und Gespinstmotten stehen auf ihrem Speiseplan. Im Garten leisten sie dadurch wertvolle Dienste, da sie Schädlinge reduzieren können. Gelangen sie jedoch ins Haus, werden sie dort schnell als störend und unhygienisch empfunden.

Warum kommen Ohrenkneifer ins Haus?

Ohrenkneifer suchen in unseren Gebäuden in erster Linie nach Schutz, Feuchtigkeit und Wärme. Während sie im Herbst vor der drohenden Kälte in unsere Gebäude fliehen, zieht es sie in zu trockenen und heißen Sommern in unsere kühlen Keller oder auch Garagen. Typische Eintrittsstellen sind undichte Türen, Fensterrahmen oder kleine Spalten im Mauerwerk.

Bevorzugte Verstecke von Ohrenkneifern im Haus

  • Fugen und Spalten an Türen, Fenstern und Sockelleisten
  • Feuchte Kellerräume oder Waschküchen
  • Badezimmer, insbesondere unter Badewannen oder hinter Armaturen
  • Blumentöpfe mit Staunässe oder feuchte Kartons
Im Garten sind Ohrenkneifer durchaus nützlich, im Haus hingegen gelten sie als Lästlinge, die dort nichts zu suchen haben.

Sind Ohrenkneifer gefährlich?

Der Name Ohrenkneifer klingt bedrohlich, daher liegt auch der Verdacht nahe, dass diese Insekten eine Gefahr bedeuten könnten. Schauen wir uns die Tiere und ihr Gefahrenpotential einmal genauer an:

Gefahr für den Menschen?

Ohrenkneifer gelten als ungefährlich. Zwar können sie mit ihren Zangen zwicken, doch dieser „Ohrenkneifer Biss“ ist kaum spürbar oder schmerzhaft und hinterlässt keine Spuren. Sie besitzen weder ein Gift, welches uns beeinträchtigen könnte, noch übertragen sie Krankheitserreger. Der Mythos vom „Ohrenkneifer im Ohr“ ist überholt und hat keinen realen Hintergrund.

Bedrohung für Material?

Im Haushalt verursachen Ohrenkneifer keine ernsthaften Schäden. Sie fressen weder Möbel noch Textilien an. Lediglich an Obst oder zarten Zimmerpflanzen können selten kleine Fraßspuren auftreten, was aber in der Regel keinen größeren Schaden bedeutet.

Ohrenkneifer Vergleich im Garten und im Haus

Nützling oder Schädling?

Im Garten erfüllen Ohrenkneifer eine nützliche Funktion, da sie das Vorkommen von Schädlingen wie Blattläusen minimieren können. Gelangen sie jedoch ins Haus, werden sie als störend empfunden und als Indikator für Feuchtigkeit und Baumängel angesehen. Dort sollte man sie nicht dulden, sondern durch geeignete Maßnahmen vorbeugen und fernhalten.

Ohrenkneifer abwehren

Es ist mehr als verständlich, dass Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus nicht mit Ohrenkneifern teilen möchten. Wir klären über die präventiven Möglichkeiten auf und zeigen, wie Sie mit lästigen Ohrenkneifern verfahren können.

Vorbeugende Maßnahmen

Um Ohrenkneifer fernzuhalten, sind vorbeugende Schritte besonders wichtig:

  • Ritzen abdichten: Prüfen Sie Fenster- und Türdichtungen, erneuern Sie Silikonfugen und versehen Sie Kellerschächte mit engmaschigem Insektendraht.
  • Feuchtigkeit reduzieren: Regelmäßiges Lüften, der Einsatz von Luftentfeuchtern und das Vermeiden von Staunässe in Blumentöpfen wirken vorbeugend.
  • Lichtquellen regulieren: Schalten Sie die Außenlichter nachts aus oder nutzen Sie Bewegungsmelder. Insektendraht an Fenstern sind ebenfalls hilfreich.
  • Nahrungsquellen entfernen: Lassen Sie Obstschalen nicht offen stehen, entsorgen Sie Bioabfälle regelmäßig und halten Sie die Räume sauber.
ARDAP Pro Ungezieferspray Anwendung

Ohrenkneifer bekämpfen

Wenn sich bereits viele Tiere im Haus angesiedelt haben, reicht die Vorbeugung und Abwehr allein nicht mehr aus. Dann sollten Sie gezielt Maßnahmen zur Bekämpfung der Ohrenkneifer ergreifen.

Effektive Mittel zur Bekämpfung

Sobald Ohrenkneifer in größerer Zahl und ausgeprägterem Umfang in Ihrer Wohnung oder Haus auftauchen, ist es Zeit, effektiv gegen die Insekten vorzugehen. Besonders geeignet und vor allem sofort und langfristig wirksam ist das ARDAP Pro Ungezieferspray, das in Ritzen, Spalten, Fugen, hinter Fußleisten, an Fensterrahmen, Türschwellen oder verdeckte Zonen wie hinter Möbeln angewendet werden kann. Durch den Kontakt der Ohrenkneifer mit der besprühten Fläche werden die Lästlinge zuverlässig bekämpft und ein erneuter Befall wird für bis zu 6 Wochen verhindert.

Behandeln Sie besonders die Stellen, an denen die Tiere typischerweise auftreten. Diese Punkte sind besonders anfällig für einen Befall, weshalb man sie gezielt behandeln sollte. Man spricht in diesem Zusammenhang oft von „kritischen Bereichen“, also Orten, an denen Ohrenkneifer bevorzugt eindringen oder sich verstecken.

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Fazit

Ohrenkneifer sind faszinierende Insekten mit nützlichen Eigenschaften im Garten, da sie organisches Material und Schadinsekten verwerten. Sie werden in Wohnungen und Häusern aber schnell unangenehm und lästig empfunden und sind zudem Indikatoren für Feuchtigkeit und Baumängel. Die wirksamste Strategie besteht darin, zunächst für eine trockene und dichte Wohnumgebung zu sorgen und mögliche Eintrittsstellen für die Insekten zu verschließen. Bei einem sehr starken Befall bieten gezielte Bekämpfungsmaßnahmen mit dem ARDAP Pro Ungezieferspray eine verlässliche Lösung. So bleibt Ihr Zuhause langfristig frei von Ohrenkneifern, aber auch vielen anderen lästigen und schädlichen Ungeziefern.

Häufig gestellte Fragen

Sind Ohrenkneifer harmlos?

Ja, Ohrenkneifer sind für Menschen harmlos und weder giftig noch gefährlich. Dennoch werden sie oft als unangenehm und lästig empfunden.

Warum heißt der Ohrenkneifer so?

Der Ohrenkneifer heißt "Ohrenkneifer", da es einige alte Vorstellungen und Mythen rund um die medizinische Behandlung von Ohren und Ohren- Krankheiten mit dem Insekt gibt, die sich wissenschaftlich aber nicht bestätigen lassen. Namensgebend ist vor allem die Zange am Hinterleib, die einem antiken Werkzeug zur Ohrenreinigung ähnelt. Außerdem wurden Ohrenkneifer in der frühen Naturheilkunde zu Medizin gegen Ohrenschmerzen und Schwerhörigkeit verarbeitet. Auch artverwandte Ohrwürmer, deren Flügel menschlichen Ohren ähneln, haben ihren Teil zum Namen des uns hier bekannten und ansässigen Ohrenkneifers geleistet.

Was machen Ohrenkneifer beim Menschen?

Ohrenkneifer machen eigentlich nichts direktes beim Menschen, sie meiden vielmehr den Kontakt zum Menschen. Gelegentlich kneifen sie mit den Zangen, sollte man sie anfassen, was jedoch ungefährlich ist und keine gesundheitlichen Konsequenzen birgt.

Sind Ohrenkneifer Schädlinge?

Ohrenkneifer sind keine echten Schädlinge. Im Garten sind Ohrenkneifer Nützlinge, im Haus gelten sie als Lästlinge. Wenn sie in großer Zahl auftreten, kann das auch ein Indiz für undichte oder feuchte Stellen im Gebäude sein.

Ohrenkneifer krabbeln in Ohren – stimmt das?

Nein, Ohrenkneifer krabbeln nicht in menschliche Ohren. Dabei handelt es sich um einen Mythos ohne reale Grundlage.

Ohrenkneifer Biss – was tun?

Ein Biss oder vielmehr Kneifen durch einen Ohrenkneifer ist sehr unwahrscheinlich und wenn dann harmlos. Die betroffene Hautstelle sollte lediglich mit Wasser gereinigt und ggf. desinfiziert werden.

Quellenangaben

  1. Ohrwürmer - Wikipedia
  2. Gemeiner Ohrwurm - Wikipedia
  3. Ohrwürmer, Ohrenkneifer – mein schöner Garten

Ungezieferbekämpfung leicht gemacht

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Unser Autor

Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Tierarzt & Parasitologe

Autor - Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Tierarzt & Parasitologe

Professor Dr. med. vet. Norbert Mencke ist seit 2020 als veterinärmedizinisch wissenschaftlicher Dienst beratend für die Ardap Care GmbH tätig und ein Experte der Parasitologie mit langjähriger Erfahrung in Forschung und Lehre.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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