Flöhe im Bett

Flöhe im Bett: Flohbefall erkennen und beseitigen – so gelingt es

Wenn Sie Flöhe in Ihrem Bett bemerken, liegt ein Flohbefall bei Ihrem tierischen Familienmitglied vor. Die häufigste Flohart ist der Katzenfloh, aber Katzen wie Hunde können auch von anderen Floharten, wie dem Hundefloh und auch dem Menschenfloh befallen sein. Wenn ein Hund Flöhe hat, sind das nicht zwingend Hundeflöhe, sondern meist ebenfalls Katzenflöhe, die sich auch von Hundeblut ernähren können. Die Flöhe im Bett stammen also entweder von Ihrer Katze oder Ihrem Hund. Sie müssen daher nicht sich selbst, sondern Katzen und Hunde vorbeugend behandeln, damit die Flöhe erst gar nicht in Haus und Wohnung und schließlich in das Bett gelangen. Hat sich dennoch ein Flohbefall eingeschlichen, müssen Sie neben der Vorbeugung auch darauf setzen, die Umgebung zu behandeln.

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Gemeinsam mit unserem Tierarzt Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke (Parasitologe), zeigen wir Ihnen, wie Sie durch eine integrierte Behandlung den Flohbefall sofort und langfristig beseitigen.

Inhalt
Flöhe im Bett bekämpfen

Was sind Flöhe?

Flöhe (Siphonaptera) sind kleine, flügellose Insekten. Sie sind Parasiten und ernähren sich vom Blut anderer Lebewesen, meistens von Säugetieren wie Hunden, Katzen und Nagetieren, aber auch von Vögeln (z. B. Hühnern). Flöhe haben einen kompakten, seitlich abgeflachten Körper, der es ihnen ermöglicht, leicht durch das Fell ihrer Wirte zu „schwimmen“. Sie sind hervorragende Springer und können mit ihren starken Hinterbeinen 20 cm bis 48 cm weit und 13 cm bis 20 cm hoch springen. Die meisten Floharten sind braun bzw. dunkel gefärbt, was ihnen hilft, sich in den Haaren oder Federn ihrer Wirtstiere zu verstecken. Wenn sie stechen (umgangssprachlich beißen), um Blut zu saugen, kann das zu Juckreiz, Schwellung, Rötung und sogar allergischen Reaktionen führen. Allergische Reaktionen treten zum Beispiel bei einer Flohspeichelallergie auf. Flöhe sind auch Überträger von Krankheitserregern. Grundsätzlich ist es wichtig, einen Flohbefall am Haustier und in der häuslichen Umgebung zu vermeiden. An Hund und Katze beugen repellierende, das heißt abwehrende, Produkte mit Pyrethrum einem Flohbefall sicher vor.

Flöhe haben einen komplexen Lebenszyklus, vom Ei über Larve und Puppe bis zum erwachsenen Parasiten. Sie können sich schnell vermehren und sind dafür bekannt, in kurzer Zeit große Populationen zu entwickeln, wenn sie günstige Bedingungen wie Wärme und Feuchtigkeit vorfinden. Hunde oder Katzen, die mit Flöhen befallen sind, legen in Wohnungen Floheier z.B. im Bett, in Teppichen, Polstermöbeln, Bodenritzen und Fugen ab. Aus den herabgefallenen Floheiern schlüpfen die Larven, die sich anschließend verpuppen und geschützt auf einen Wirt warten. So entsteht ein Flohbefall, da immer wieder neue adulte Flöhe aus den Puppen in der Umgebung schlüpfen. Ein Flohbefall erfordert eine integrierte Behandlung aus Vorbeugung am Tier auf der einen Seite und eine Bekämpfung der Flohstadien in der Umgebung auf der anderen Seite.

Bleibt ein Flohbefall unbehandelt, können sich in nur vier Wochen bis zu 250.000 Flöhe entwickeln.

Hund mit Flöhen liegt im Bett

Wie gelangen Flöhe ins Bett?

Flöhe sind üblicherweise dort, wo sich die Haustiere gerne aufhalten. Wenn Hund und Katze im Bett schlafen dürfen, ist es daher sehr wahrscheinlich, dass sich Flöhe im Bett befinden, denn die Floheier rieseln aus dem Hundefell in die Betttextilien und die Flohentwicklung kann dann fortschreiten. Finden Sie Flöhe im Bett, dann sind bereits Flöhe in der Wohnung und es hat sich eine Flohplage entwickelt, die Tier und Mensch gleichermaßen befällt.

Wie erkennt man zuverlässig einen Flohbefall im Bett?

Um einen Flohbefall im Bett sicher zu erkennen, sollten Sie auf Flohkot und lebende oder tote Flöhe achten. Finden Sie kleine schwarze Punkte auf der Bettwäsche oder am Bettgestell, können Sie überprüfen, ob es sich um Flohkot handelt.

Feuchten Sie dazu ein Taschentuch an und sammeln einige der schwarzen Pünktchen ein. Geben Sie die Krümel auf das nasse Taschentuch und zerdrücken Sie die Punkte. Färbt sich das Tuch an den Stellen rötlich, handelt es sich um Flohkot, da dieser Blut enthält. Wenn Sie die Bettdecke oder das Bettzeug leicht bewegen, entdecken Sie vielleicht einen Floh oder Flohkot in den Nähten oder an den Ecken der Matratze. Erwachsene Flöhe springen allerdings sehr schnell weg und sind so schwer erkennbar.

Was sind sichere Anzeichen für Flöhe?

Juckende Flohbisse (eigentlich Flohstiche) an Ihrem Körper sind ein klarer Hinweis auf Flöhe. Kontrollieren Sie auch Ihr Haustier regelmäßig mit einem Flohkamm. Finden Sie den krümeligen Flohkot oder erwachsene Flöhe, ist eine schnelle Reaktion wichtig. Sie sollten dann einerseits auf vorbeugende Mittel zur Anwendung an Ihrem Tier setzen. Andererseits ist dann auch eine Umgebungsbehandlung notwendig, da sich ein Großteil der Flohpopulation in der Umgebung befindet.

Nur 5% der Flohpopulation befindet sich im Fell von Hund & Katze. 95 % der Population befindet sich in Form von Eiern, Larven und Puppen in der Umgebung. Übrigens: Die Eier sind nur 0,5 x 0,3 mm groß und damit für das bloße Auge nicht erkennbar.

Floh, Milbe oder Bettwanze?

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Milben, Bettwanzen oder Flöhe im Bett haben, helfen Ihnen folgende Unterscheidungsmerkmale:

Flöhe sind 1 bis 4 mm lange, sechsbeinige Parasiten mit zwei auffällig großen, kräftigen Hinterbeinen. Milben sind winzige, achtbeinige Spinnentiere, meist weniger als 1 mm groß, mit rundlichen bis ovalen Körpern. Bettwanzen sind die größten Parasiten in diesem „Trio“. Sie sind sechsbeinige, rund 3 bis 6 mm lange Insekten mit rötlich-braunem Körper und einem charakteristischen Wanzengeruch, der dem von Korianderblättern ähnelt.

Bettwanzen sind mit bloßem Auge erkennbar. Adulte Flöhe sind grundsätzlich auch mit dem bloßen Auge erkennbar. Aufgrund ihrer hohen Sprungkraft bewegen sie sich aber sehr schnell, was dazu führt, dass es schwer wird, einen Floh als solchen zu identifizieren. Einfacher und zuverlässiger ist es, in der Umgebung Flohkot zu erkennen. Milben sind mit einer Größe von 0,2 - 1 Millimeter sehr klein und damit kaum erkennbar.

Wie erkenne ich einen Flohstich?

Flohstiche sehen oft aus wie winzige rote Punkte, die von schwächer geröteten Flächen umgeben sind. Oft beißen Flöhe mehrmals an (fast) derselben Stelle zu, was zu Gruppierungen oder Reihen von Bissen führt.

Der Juckreiz folgt meist sofort nach dem Flohbiss. Menschen und Tiere, die allergisch auf Flohspeichel reagieren, leiden oft unter besonders starken Hautreizungen wie Pusteln, Bläschen oder aufgekratzten Stellen, die sich infizieren können. Dies nennt man Flohspeichelallergie.

Ein anfänglicher Flohbefall bleibt oft zunächst unerkannt. Gerade Katzen zeigen oft für uns Menschen keine offensichtlichen Symptome wie Juckreiz. Es kann daher sein, dass Ihre Katze unter Flöhen leidet, ohne typische Symptome zu zeigen.

Flöhe beim Menschen bekämpfen

Wo stechen Flöhe den Menschen?

Flohbisse bei Menschen treten oft an Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln auf, weil die Flöhe vom Boden hochspringen und sich am unteren Teil des Körpers festbeißen. Doch grundsätzlich können die lästigen Parasiten Sie überall beißen, wo sie hinkommen. Weil sie sich anders als beim Tier jedoch nicht an der Haut oder an menschlichen Haaren festhalten oder festkleben können, wie z. B. Kopfläuse, fallen sie vom weitgehend unbehaarten Menschen schnell wieder herunter. Auch eine Dusche oder ein Bad überstehen sie bei uns Menschen nicht.

Was tun bei Flöhen im Bett?

Wenn Sie feststellen, dass Sie Flöhe in Ihrem Bett haben, haben Sie bereits einen massiven Flohbefall in der Wohnung. Jetzt sollten Sie schnell handeln. Eine integrierte Flohbekämpfung, d.h. Flohbekämpfung in der Umgebung und zuverlässig repellierende Mittel zur Anwendung am Tier, ist angesagt. Damit schützen Sie sich und Ihre Haustiere vor juckenden Stichen und vermeiden auch die psychische Belastung und Einschränkung der Lebensqualität, die nahezu immer mit einem Parasitenbefall einhergehen.

Helfen Hausmittel bei Flöhen im Bett?

Verlassen Sie sich bei einem Flohbefall nicht auf Hausmittel, sondern setzen Sie besser auf wirksame Flohmittel. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie effizient gegen Flöhe vorgehen und Ihr Bett und Ihre Umgebung wieder flohfrei machen. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen bzw. sinnvolle Kombinationen, mit denen Sie Flöhe im Bett und in der Wohnung bekämpfen und einem erneuten Befall vorbeugen können:

Maßnahmen gegen Flöhe ergreifen

Bei den Maßnahmen, die zur Verfügung stehen, um den Flohbefall in den Griff zu bekommen, müssen vorbeugende Maßnahmen am Tier und Maßnahmen zur Umgebungsbehandlung unterschieden werden.

Hund sitzt in einem Waschraum

Maßnahmen zur Behandlung von Haus und Wohnung

Die Behandlung der Umgebung bei einem Flohbefall kann mit verschiedenen Flohmitteln erfolgen. Dazu eignet sich der Floh-Fogger. Dieser verteilt auf Knopfdruck einen feinen (Sprüh)-Nebel im Raum. Dieser Nebel enthält wachstumshemmende Wirkstoffe und wirkt bis zu 6 Monate lang gegen alle Entwicklungsstadien des Flohs, d.h. auch gegen dessen Eier, Larven und Puppen. Während der Fogger den Nebel im gesamten Raum verteilt, kann das Langzeit-Flohspray genutzt werden, um Gegenstände wie z.B. Hundekörbchen, Kratzbäume oder Decken gezielt einzusprühen. Für die ideale Umgebungsbehandlung werden beide Produkte kombiniert angewendet.


Wenn Sie waschbare Textilien wie Matratzentopper, Kissen und Bettwäsche waschen wollen, sprühen Sie diese Textilien mit dem Langzeit-Flohspray in einem Plastiksack ein. Lassen Sie das Spray einige Stunden einwirken. Danach können Sie Ihre Wäsche waschen.

Matratze wird gereinigt als Maßnahme gegen Flöhe im Bett

Matratze gründlich reinigen

In den meisten Fällen schläft niemand direkt auf der Matratze, da mindestens ein Bettlaken darüber gespannt ist. Im Falle eines Flohbefalls führt das dazu, dass die Floheier und der Flohkot aus dem Fell Ihres Hundes oder Ihrer Katze auf das Laken fallen, wenn diese mit im Bett schlafen. Dieses kann leicht mit dem Langzeit-Flohspray eingesprüht und nach mehreren Stunden Einwirkzeit gewaschen werden.

Sollten Sie dennoch vermuten, dass Flohkot und Floheier auf die Matratze gelangt sind, können Sie auch hier das Langzeit-Flohspray anwenden. Nach dem Eintrocknen und Lüften sollten Sie dann ein Bettlaken verwenden, um direkten Hautkontakt mit den Wirkstoffen zu vermeiden. Oft wird eine Dampfreinigung der Matratze empfohlen. Zwar können handelsübliche Dampfreiniger grundsätzlich eine Temperatur erreichen, die Flöhe abtöten kann (mindestens 65 Grad Celsius). Das Problem ist jedoch, dass diese Temperaturen des Dampfreinigers nicht in die tiefen Textilstrukturen gelangen können. Aus diesem Grund können Flöhe im Bett nicht zuverlässig mit einem Dampfreiniger bekämpft werden.

Für die nachhaltige Bekämpfung von Flöhen ist es entscheidend, die gesamte Umgebung mitzubehandeln.

Langhaarkatze wird gekämmt

Haustiere auf Flöhe untersuchen und behandeln

Einen Flohbefall bei Hund oder Katzen erkennen Tierhalter oft an kleinen schwarzen Punkten im Fell, Bett oder auf anderen Textilien. Das ist Flohkot. Auch Symptome wie Juckreiz oder sichtbare Flohbisse machen auf den Flohbefall aufmerksam.

Um Hund und Katze vor einem erneuten Befall zu schützen, bedarf es repellierender, das heißt abwehrender Mittel.

Erneuten Flohbefall verhindern und vorbeugen

Spot-Ons sind flüssige Präparate, die auf die Haut des Haustieres aufgetragen werden, in der Regel zwischen den Schulterblättern, wo die Tiere das Mittel nicht ablecken können. Das Floh Spot-On für Katzen oder Floh Spot-On für Hunde wirkt auch gegen andere Parasiten wie Zecken.

Alternativ zum Spot-On können auch das Flohhalsband für Katzen oder das Flohhalsband für Hunde genutzt werden. Genau wie Spot-Ons enthalten die ARDAP Flohhalsbänder den Wirkstoff Chrysanthemum cinerariaefolium (Pyrethrum) zur langanhaltenden Abwehr von Flöhen. Ergänzend zum Spot-On und zum Halsband können Sie mit dem Flohpuder für Hund und Katze oder dem Flohspray für Hund und Katze vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Für Hunde eignet sich darüber hinaus das Flohshampoo. Die ergänzenden Mittel wie Flohspray, Puder und Shampoo eignen sich dann, wenn das Risiko eines möglichen Flohbefalls besonders groß ist. Vor dem ausgiebigen Waldspaziergang, dem Besuch der Hundeschule oder dem Gang zur Hundespielwiese können Sie zum Beispiel das Spray oder das Puder ganz gezielt an den oft betroffenen Stellen auftragen. So können Sie Ihr Tier optimal schützen.


Ganz gleich, zu welchem repellierenden Mittel Sie greifen: Mit vorbeugenden Maßnahmen sind Sie auf dem richtigen Weg. Denn schließlich gilt immer: Vorbeugung ist besser als Heilung.

Ungezieferbekämpfung leicht gemacht

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Unser Autor

Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Tierarzt & Parasitologe

Autor - Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Tierarzt & Parasitologe

Professor Dr. med. vet. Norbert Mencke ist seit 2020 als veterinärmedizinisch wissenschaftlicher Dienst beratend für die Ardap Care GmbH tätig und ein Experte der Parasitologie mit langjähriger Erfahrung in Forschung und Lehre.