Fischchen Arten im Überblick

Fischchen Arten – Silberfische, Papierfische & Co im Überblick

Fischchen gehören zu den ältesten Insekten der Welt und haben sich seit ihrer Entstehung vor mehr als 300 Millionen Jahren kaum verändert. Die kleinen Ur-Insekten kommen in unterschiedlichen Arten vor: von Feuchtigkeit liebenden Silberfischen bis hin zu Papierfischchen, Ofenfischchen oder Geisterfischchen, die Trockenheit bevorzugen.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über heimische Fischchen-Arten, ihre Lebensgewohnheiten und Schadwirkungen. Auch informieren wir Sie über verschiedene Möglichkeiten, Fischchen fernzuhalten oder bei einem akuten Befall wirksam zu bekämpfen. Bei den Inhalten dieses Artikels werden wir unterstützt von der Erfahrung und Expertise unseres Experten Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Fachtierarzt für Parasitologie.

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Inhalt

Was sind eigentlich Fischchen?

Fischchen gehören zur Insektenfamilie der Lepismatidae und kommen in nahezu allen deutschen Haushalten vor.

Die einzigartige Optik der Fischchen hat sich im Lauf ihrer langen Evolutionsgeschichte – es gibt sie schon seit mehr als 300 Millionen Jahren – kaum verändert, denn die kleinen Ur-Insekten waren in dieser Form schon immer extrem anpassungs- und überlebensfähig. Fischchen zählen außerdem zu den synanthropen Insekten. Als synanthrop werden Tierarten bezeichnet, die schon so lange in menschlicher Nähe bzw. menschlichen Wohnumgebungen leben, dass sich ihr Entstehungsort oder ursprünglicher Lebensraum heute nicht mehr klar bestimmen lässt.

Fischchen auf Buch

Obwohl sie meistens als lästig empfunden werden und manche Arten auch erhebliche Schäden an Materialien anrichten können, sind Fischchen im Vergleich zu anderen Schädlingen für den Menschen harmlos. Die bei uns vorkommenden Fischchen-Arten sind Silberfische (Lepisma saccharinum), Papierfischche (Ctenolepisma longicaudatum), Ofenfischchen (Thermobia domestica) sowie Kammfischchen (Ctenolepisma lineata) und Geisterfischchen (Ctenolepisma calvum). Darüber hinaus gibt es weitere Fischchen-Arten, die nicht in unserem häuslichen Umfeld anzutreffen sind. Und so ist auch die überwiegende Menge der Fischchen freilebend, während nur eine vergleichsweise kleine Anzahl mit dem Menschen zusammenlebt.

Zur Biologie der Fischchen

Fischchen (Zygentoma) sind weltweit verbreitet. Es gibt sie überall - außer in der Antarktis. Ihre Lautlosigkeit, ihr besonderer Glanz und der unverwechselbare Bewegungsstil machen sie zu faszinierenden, wenn auch meist unerwünschten Mitbewohnern. Man bekommt sie fast nie zu sehen, da sie nachtaktiv sind und bei der kleinsten Störung beziehungsweise plötzlichen Lichtquellen augenblicklich davon huschen.

Die Körperlänge eines ausgewachsenen Fischchens beträgt 6 bis 15 Millimeter, abhängig von der jeweiligen Art. Die langen Fühler und Schwanzfäden sind dabei oft doppelt so lang wie der Körper selbst. Unter optimalen Bedingungen können Fischchen eine erstaunliche Lebensdauer erreichen: Silberfischchen werden beispielsweise bis zu 6 Jahre alt, Geisterfischchen noch älter.

Alle Fischchen sind extrem anpassungsfähig. Sie brauchen nicht viel und überstehen selbst monatelange Phasen ohne Nahrung. Diese Überlebensstrategie macht es ohne die richtigen Bekämpfungsmittel schwer, sie wieder loszuwerden, wenn sie im häuslichen Umfeld erst einmal ideale Bedingungen gefunden haben.

Allgemeines

Weil sie schon so lange mit uns leben, lässt sich tatsächlich nicht mehr feststellen, wo die allerersten Fischchen entstanden sind und wie ihr ursprünglicher Verbreitungsraum aussah. Sie gelten als anspruchslose Anpassungs- und Überlebenskünstler.

Die flinken Urtierchen können weder fliegen noch springen, doch sie gehören zu den schnellsten Läufern unter den Insekten und können sich mit einer Geschwindigkeit bis zu 3 Metern pro Sekunde rasant vorwärts bewegen. Ihre Wendigkeit und Lichtscheue machen es schwierig, ein lebendes Fischchen genauer zu betrachten oder gar zu fangen.

Eine organisierte Gemeinschaftsstruktur oder Arbeitsteilung sowie Nester, wie man sie z. B. bei Ameisen findet, gibt es bei Fischchen nicht. Stattdessen handelt jedes Tier für sich und folgt seinen individuellen Instinkten. Trotzdem kommt es vor, dass sich an Orten mit besonders günstigen Bedingungen und reichhaltigem Nahrungsangebot viele Fischchen versammeln und sich in Aggregationen nahe beieinander aufhalten, etwa zwischen einer feuchten Wand wie beim Silberfischchen oder einer Papiertapete wie beim Geister- oder Papierfischchen.

Papierfisch Nahaufnahme

Aussehen

Fischchen haben einen schlanken, spindelförmigen Körper, der in Segmente unterteilt ist, was diesem ein geripptes oder „geringeltes“ Aussehen verleiht. Der charakteristische Glanz, der bei den Silberfischen am stärksten und auffälligsten ist, kommt von den unzähligen, mikroskopisch kleinen Schuppen, die den gesamten Körper bedecken. Zwei lange Fühler am Kopf tasten ständig die Umgebung ab. Drei Fäden am Hinterende helfen dem nachtaktiven Insekt, selbst feinste Vibrationen und Luftbewegungen wahrzunehmen, und auch ohne Licht und in engen Spalten sicher zu navigieren. Während sich das Fischchen in kleinen Rucken oder Wellen bewegt, schwingen die hinteren Antennen leicht mit.

Besonderheiten

Alle Fischchen vermehren sich durch indirekte Paarung. Der Prozess beginnt mit einem kleinen Balztanz, bei dem sich Männchen und Weibchen nur mit den Fühlern berühren. Dann legt das Männchen eine sogenannte Spermatophore, ein winziges Päckchen mit Spermien, auf den Boden oder befestigt sie an einem Faden. Das Weibchen nimmt dieses Päckchen auf und wird so ohne weiteren Körperkontakt befruchtet. Es legt die Eier an geschützten Orten ab, etwa in Ritzen und Spalten, unter Fußleisten oder in Zwischendecken.

Fischchen-Eier sind sehr klein, oval und anfangs fast durchsichtig, sodass sie mit bloßem Auge kaum zu entdecken sind. Unter optimalen Bedingungen, die von den Bedürfnissen der jeweiligen Fischchen-Art abhängig sind, schlüpfen nach etwa zwei bis acht Wochen die Jungtiere. Sie sehen erwachsenen Fischchen bereits ähnlich, sind jedoch zunächst farblos und entwickeln die arttypischen, oft glänzenden Schuppen erst nach mehreren Häutungen. Fischchen häuten sich ihr ganzes Leben lang, auch als erwachsene Tiere. Eine Eigenschaft, die Insekten sonst verloren haben. Insgesamt vermehren sie sich relativ langsam. Ein größerer Befall besteht daher oft schon seit Jahren und weist auf dauerhaft ideale Lebensbedingungen für die jeweilige Fischchen-Art hin.

Fischchen: Vorkommen in Deutschland

In Deutschland kommen verschiedene Fischchen-Arten vor, die je nach Umgebung unterschiedliche Vorlieben haben. Hier ein Überblick über die bei uns heimischen Arten:

Silberfisch Nahaufnahme

Silberfischchen

Silberfischchen (Lepisma saccharina) sind die bekanntesten Vertreter der Fischchen. Sie lieben feuchte und warme Umgebungen wie Badezimmer oder Küchen. Silberfische richten keine direkten Schäden an, gelten aber als Indikatoren für Bauschäden einhergehend mit Feuchtigkeit und potenziellem Schimmelbefall. Obwohl sie direkt für den Menschen nicht gefährlich sind, empfinden viele Menschen ihre Anwesenheit als störend und unhygienisch.

Papierfischchen Nahaufnahme

Papierfischchen

Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) sind eine gefürchtete Fischchenart, weil sie u.a. an Büchern, Dokumenten, Bildern und Kartonagen erheblichen Schaden anrichten können. Sie bevorzugen warme, trockene Umgebungen und fühlen sich bei 20-30°C und rund 50% relativer Luftfeuchtigkeit besonders wohl. Insbesondere in Archiven, Museen und Sammlungen stellen sie eine ernstzunehmende Gefahr dar. Allerdings können sie auch in privaten Haushalten ernstzunehmende Probleme bereiten, wenn sie Bücher, Papiere und Tapeten beschädigen, Textilien anknabbern oder sich in Möbelritzen, Vorratsräumen und Betten ansiedeln.

Ofenfischchen

Ofenfischchen

Ofenfischchen (Thermobia domestica) bevorzugen hohe Temperaturen und leben daher gern in Bereichen, die konstant warm sind, etwa in Heizungsräumen oder Backstuben. Wenn sie als Schädlinge in Bäckereien auftreten, können sie dort sowohl hygienische als auch wirtschaftliche Schäden verursachen.

Kammfischchen

Kammfischchen (Ctenolepisma lineata) sind in Deutschland weniger verbreitet. Wie andere Fischchen ernähren sie sich vorwiegend von zellulose- und stärkehaltigen Materialien wie Papier und Karton, organischen Bindemitteln und Klebstoffen sowie Staub, Hautschüppchen und anderen organischen Partikeln, die es in jedem Haushalt gibt. Kammfischchen sind sehr robust und überleben auch in weniger günstigen Umgebungen.

Geisterfischchen

Geisterfischchen (Ctenolepisma calva) wurden in Deutschland bisher nur vereinzelt gefunden. Sie werden allerdings immer öfter durch Warenimporte eingeschleppt und könnten bald zu den heimischen Fischchen gehören. Die durchscheinend wirkenden, nur schwach glänzenden Geisterfische sind ein wenig größer als andere Fischchen-Arten, bevorzugen trockene, warme Räume und können bis zu 7 Jahre alt werden.

Tabellarische Übersicht Fischchen

Vergleich von Fischchen-Arten
Merkmale Silberfischchen Papierfischchen Ofenfischchen Kammfischchen Geisterfischchen
Größe (ohne Tastorgane) ca. 6-12 mm ca. 10-15 mm ca. 10-12 mm ca. 11-15 mm ca. 8 mm
Mit Tastorganen doppelte Größe dreifache Größe dreifache Größe dreifache Größe dreifache Größe
Färbung silbrig-glänzend silbergrau gelblichweiß mit dunklen Flecken graubraun silbrigweiß-durchscheinend
Abdomen ohne Borstenkämme drei Borstenkämme zwei bis drei Borstenkämme drei Schwanzanhänge drei schwanzartige Filamente
Lebensraum warm und feucht warm und trocken sehr warm subtropisch bis warm warm und trocken
Luftfeuchtigkeit 75-90% 50% 43% 45-60% 40-50%
Temperatur 20-30°C 20-25°C 30-50°C 20-30°C 20-30°C
Nahrung Zucker, Stärke; Schimmelpilze, Allesfresser Zellulose, Zucker, Stärke, Allesfresser Allesfresser Zellulose, Buchleim, Milben, Schimmelpilze Zucker, Stärke, Proteine
Schadwirkung Indikator für Schimmel Dokumente, Bücher, Textilien Dokumente, Bücher, Textilien hygienische Belästigung Dokumente, Bücher, Textilien

Schädling oder nicht: Bitte keine Fischchen im Haushalt

Auch wenn Fischchen für den Menschen nicht direkt gesundheitsschädlich sind, möchte sie niemand im Haushalt haben. Sie hinterlassen Kot und Häutungsreste. Darüber hinaus können Papierfischchen oder Geisterfischchen erhebliche Schäden an Büchern, Textilien und Tapeten verursachen. Die feuchtigkeitsliebenden Silberfische weisen zudem häufig auf Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme hin, die ebenfalls gelöst werden müssen, um Gesundheitsgefahren und dauerhafte Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden.

Abwehr von Silberfischen mit ARDAP Repell

Verlässliche Abwehr

Mit dem ARDAP Repell Silberfisch-Spray können Sie verschiedene Fischchen-Arten abwehren und gezielt fernhalten. Das Spray wirkt schnell, ist einfach in der Anwendung und auch für Küche, Bad und Wohnbereiche ideal geeignet. Der Wirkstoff Pyrethrum aus der Chrysantheme schreckt die Fischchen ab.

Effektive Bekämpfung

Bei einem Befall kommen die hochwirksamen Produkte der ARDAP Pro Produktlinie ins Spiel, die gezielt der langfristigen Bekämpfung der verschiedenen Fischchen dienen.

Silberfische bekämpfen mit Köderdose

Für Fischchen sehr verlockend

Zwar leben Fischchen, anders als beispielsweise Ameisen, nicht in Kolonien oder Nestern, doch auch ohne organisierte soziale Struktur kommunizieren sie über Pheromone miteinander. Dies fördert die Aggregation vieler Artgenossen, vor allem an Orten mit idealen Feuchtebedingungen und gutem Nahrungsangebot. Spezielle Köderdosen bieten daher eine gute Möglichkeit, größere Mengen der Insekten auch in ihren schwer zugänglichen Verstecken zu erreichen. So lockt die ARDAP Pro Silberfisch-Köderdose Fischchen und auch Schaben gezielt an, die den innovativen Fraßköder aufnehmen, in ihre Verstecke verschleppen und dann durch die enthaltenen Wirkstoffe abgetötet werden. Besonders praktisch ist die feuchtigkeitsbeständige Köderdose für den Einsatz in Küchen, Bädern, Wohn- und Kellerräumen, in denen es auf eine saubere Anwendung ankommt. Die Langzeitwirkung von bis zu 3 Monaten hilft, die gesamte Population zu erreichen und alle Schädlinge wieder loszuwerden. So ermöglicht die ARDAP Pro Silberfischchen Köderdose auch bei größeren Bereichen oder verteilten Populationen eine effiziente Bekämpfung.

Anwendung des ARDAP Pro Foggers

Effiziente Lösung für ganze Räume

Ein so genannter Fogger vernebelt einen kompletten Raum auf Knopfdruck. Mit dem ARDAP Pro Fogger haben Sie ein hochwirksames Mittel zur Hand, mit dem Sie nicht nur Silberfischchen, Papierfischchen und Co. bekämpfen können, sondern auch Schaben, Zecken, Flöhe, Milben, Läuse, Motten und anderes Ungeziefer. Neben dem Wirkstoff Permethrin kommt hier auch Pyriproxyfen zum Einsatz, das zugleich auch als Wachstumshemmer dient, der alle Stadien der Fischchen bekämpft. Die Langzeitwirkung von bis zu 6 Monaten ist ideal für die umfassende Bekämpfung von Fischchen und anderen Schädlingen und verhindert deren erneute Ansiedlung und Ausbreitung. Dabei eignet sich der Fogger sowohl für häusliche als auch für gewerbliche Bereiche und kann auch in der Tierhaltung eingesetzt werden.

ARDAP Pro Flohspray und ARDAP Pro Ungezieferspray für die Wohnung

Gezielt und auf den Punkt

Ein Insekten-Spray lässt sich besonders präzise einsetzen und kann daher auch zur Ergänzung anderer Mittel wie Köderdose oder Fogger verwendet werden. Das ARDAP Pro Ungezieferspray sowie das ARDAP Pro Langzeit Flohspray bekämpfen sehr gezielt Fischchen und andere Schädlinge in schwer erreichbaren Ritzen, Fugen, an Fußleisten oder Tapeten. Beide Produkte wirken langfristig, das Langzeit-Flohspray bietet dabei ein breites Wirkspektrum und eine Langzeitwirkung von bis zu 6 Monaten. Durch das gezielte Besprühen befallener oder gefährdeter Bereiche (z. B. Fußleisten, Bodenfugen) erreichen und beseitigen Sie auch gut versteckte Populationen.

Ungezieferbekämpfung leicht gemacht

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Unser Autor

Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Tierarzt & Parasitologe

Autor - Prof. Dr. med. vet. Norbert Mencke, Tierarzt & Parasitologe

Professor Dr. med. vet. Norbert Mencke ist seit 2020 als veterinärmedizinisch wissenschaftlicher Dienst beratend für die Ardap Care GmbH tätig und ein Experte der Parasitologie mit langjähriger Erfahrung in Forschung und Lehre.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.